Wir haben ja einen kleinen Sohn und ich muss zugeben, dass mich das Thema Kindergarten / Kinder Krippe, Tagesmutter, Rechtsanspruch und so weiter früher nie interessiert hat. Nun ist das anders. Also, hier mal die Fakten aus Baden Württemberg (das kann von Bundesland zu Bundesland etwas abweichen).

Ab dem 12. Monat haben Sie einen rechtlichen Anspruch auf einen Krippen- / Kindergartenplatz mit einer Leistung von 30 Stunden die Woche.

Benötigen Sie mehr Stunden, können Sie diese beantragen, müssen aber nachweisen, dass Sie beispielsweise 35 Stunden arbeiten – plus Wegezeit…

Sie zahlen an das Jugendamt ca. 1,82 Euro je Betreuungsstunde. Bringen Sie Ihr Kind in eine Krippe, verlangt diese in der Regel auch nichtmal eine Gebühr.

Bei Kindern zwischen ein und drei Jahren können Sie etwa mit Kosten von 300 Euro rechnen (Krippe und Jugendamt). Da Sie ja rund 200 Euro Kindergeld erhalten, investieren Sie also rund 100 Euro.

Möchten Sie Ihr Kind lieber zu einer Tagesmutter bringen, kann das Ganze teurer ausfallen, aber auch günstiger sein.

Was ist der Unterschied zwischen einer Krippe und einer Tagesmutter?

Alexander Nastasi - zusammen mit Tagesmutter Julia NastasiDer wesentliche Unterschied besteht darin, dass eine Krippe einen Träger hat, also die Stadt, die Kirche und in der Regel festangestellte Erzieherinnen dort arbeiten. Natürlich gibt es auch privat betriebene Krippen. Es gibt einen Betreuungsschlüssel (wie viele Betreuerinnen auf eine bestimmte Anzahl Kinder). Hier ist auch in Krankheitszeiten und während des Urlaubs dafür gesorgt, dass jemand da ist. Es gibt eine Leitung des Ganzen, die man im Zweifelsfall kontaktieren kann.

Nachteil: Eine solche Einrichtung muss aufnehmen, was kommt. Das bedeutet, die Gruppen sind sehr unterschiedlich. Es können Kinder darunter sein, mit denen man eigentlich keinen Umgang wünscht. Die Kosten sind überschaubar und der Service ist gegeben.

Eine Tagesmutter arbeitet nach Anerkennung durch das Jugendamt selbstständig. Das bedeutet, sie kann sich heraussuchen, wen sie aufnehmen möchte oder wer eben nicht in die Gruppe passt. Die Tagesmutter wird darauf achten, dass die Kinder sich verstehen und es ist auf jeden Fall eine viel kleinere Gruppe. Meist eine erwachsene Person und fünf Kinder. Bei Kindergärten sind es bis zu neun Kinder auf einen Erwachsenen.

Die Betreuung bei einer Tagesmutter erfolgt in der Regel bei ihr zu Hause. Das bedeutet, die Kinder kommen in eine ganz normale kindersichere Wohnung und fühlen sich nicht „verwaltet und weggegeben“. Außerdem entsteht sehr oft sehr schnell eine viel stärkere Bindung, als das in einer Einrichtung der Fall ist.

Tagesmutter persönlicher und individueller

Bei einer Einrichtung hat man in der Regel geringere monatliche Kosten und kann sich teilweise von diesen auch noch befreien lassen. Das geht bei einer Tagesmutter nur bedingt. Die Privatrechnung, die sie schreibt, ist nicht befreiungsfähig. Oft entsteht auch zwischen den Eltern und der Tagesmutter ein freundschaftliches Verhältnis. Man kennt sich ja bis zu zwei Jahre und sieht sich an jedem Werktag.

Ich hoffe, ich konnte in den Dschungel der Kinderbetreuung (12-36 Monate) ein wenig Licht bringen.